Inkasso in Italien

Italienische Kunden zählen seit jeher zu den schlechteren Zahlern in Europa. Ein anderes Rechtssystem, aber vor allem auch die italienische Mentalität und unterschiedliche Geschäftsauffassungen sind ursächlich für lange Wartezeiten und Zahlungsausfälle. Hier stellt sich die Frage: was können Sie dagegen tun, wie können Sie vorbeugen?

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

1. Mahnung versenden
2. Forderung übertragen
3. Behandlung von Inkassos in Italien
4. Außergerichtliches Inkasso
5. Gerichtliches Inkasso
    5.1: Zahlungsbefehl „decreto ingiuntivo“
    5.2: Gerichtsverfahren „processo ordinario di cognizione“
6. Insolvenz
7. Vollstreckung

1. Mahnung versenden

Wenn Ihr italienischer Kunde nicht innerhalb des von Ihnen festgelegten Zahlungsterminsbezahlt, sollten Sie Ihren Schuldner mahnen. Verfassen Sie die Mahnung in italienischer Sprache. Nach Versenden der Mahnung sollten Sie telefonisch nachfassen. Reagiert Ihr Kunde auch nicht auf Ihre Mahnung, handeln Sie schnell und übertragen Sie Ihre fällige Forderung an Bierens Incasso Advocaten.

2. Forderung übertragen

erens Incasso Advocaten ist eine Rechtsanwaltskanzlei, die auf nationales und internationales B2B-Inkasso spezialisiert ist. Um Ihre Forderung gegen Ihren Schuldner in Italien erfolgreich durchzusetzen, verfügt Bierens über eine eigene italienische Abteilung. Unsere Muttersprachler beherrschen nicht allein die Sprache Ihres Schuldners, sondern kennen sich auch bestens mit den Gesetzen, den Regeln und der Kultur des betreffenden Landes aus.

3. Behandlung von Inkassos in Italien

Nicht nur beim Zahlungsverhalten besteht ein fundamentaler Unterschied zwischen der italienischen und der deutschen Mentalität. Während deutsche Schuldner Ihre Forderung in der Regel innerhalb einer angemessenen Zahlungsfrist begleichen, trifft dies bei italienischen Schuldnern in der Regel nicht zu und macht eine entschlossene Vorgehensweise gegen italienische Schuldner notwendig! Unser italienisches Team weiß dementsprechend entschieden zu handeln.

4. Aussergerichtliches inkasso

Bierens Incasso Advocaten mahnt nach Übertragung Ihrer Forderung Ihren Schuldner schriftlich als auch telefonisch in italienischer Sprache. Ein anwaltliches Mahnschreiben wird in Italien sehr ernst genommen. Wenn der Schuldner nicht innerhalb der gesetzten Frist bezahlt, sind gerichtliche Schritte gegen den Schuldner angezeigt. Da die Akte von Beginn an durch unsere Kanzlei bearbeitet wird und uns so von Anfang an alle relevanten Informationen zum Fall und zu der Situation des Schuldners vorliegen, sind unsere Rechtsanwälte in der Lage, Ihnen unmittelbar eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen zu geben.

5. Gerichtliches inkasso

Für eine Vollstreckung in Italien ist ein Titel erforderlich. Neben dem Klageverfahren, das erfahrungsgemäß einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen kann, kann in Italien auch über ein gerichtliches Mahnverfahren relativ schnell eine Titulierung erfolgen. Der italienische Zahlungsbefehl heisst „decreto ingiuntivo“.  

5.1: Zahlungsbefehl „decreto ingiuntivo“

Das italienische Zahlungsbefehlsverfahren dient dazu, schnell und kostengünstig einen Titel gegen Ihren Schuldner zu erlangen. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass dabei schon die vorläufige Vollstreckung bei Gericht beantragt werden kann und diese ohne Sicherheitsleistung des Gläubigers möglich ist.

Nach Zustellung des Zahlungsbefehls hat die Gegenseite 40 Tage Zeit, die Forderung zu begleichen oder Widerspruch gegen den Zahlungsbefehl einzulegen. Sofern der Schuldner Widerspruch einlegt, was in der Praxis nicht selten geschieht, wird unmittelbar ein Gerichtsverfahren gestartet. Das Gerichtsverfahren gegen Ihren Schuldner in Italien kann ebenfalls über unser Haus geführt werden. Hat das Gericht der Vollstreckung im Voraus. zugestimmt, werden wir das Vollstreckungsverfahren fortsetzen. Im Zuge des Vollstreckungsverfahren können Güter der Gegenpartei eingefroren werden.

5.2: Gerichtsverfahren „processo ordinario di cognizione“

Dieses Verfahren ist für zivile Sachen angezeigt (Schaden, Versicherungen, Verträge etc.), welche inhaltlich komplex sind.  Bei diesem Verfahren werden mehrere Sitzungen anberaumt, in denen der Richter die Angelegenheit sorgfältig prüft. Grundsätzlich dauern Gerichtsverfahren in Italien deutlich länger als in Deutschland; statistisch ergeht ein erstinstanzliches Urteil erst nach 3 bis 5 Jahren.

6. Insolvenz

In Italien ist die Einleitung eines Insolvenzverfahrens erst dann möglich, wenn ein vollstreckbarer Titel gegen den Schuldner vorliegt. Allerdings ist in Italien bei Vollstreckung und bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners der Insolvenzantrag gegen den Schuldner nur möglich, wenn dieser ein Kaufmann ist. In Deutschland hingegen kann ein solcher Antrag auch gegen eine Privatperson gestellt werden.

7. Vollstreckung

Für die Vollstreckung gegen einen Schuldner in Italien bedarf es eines Titels, ein solcher kann entweder über die vorbeschriebenen Verfahren (Mahnverfahren oder Gerichtsverfahren) erlangt werden. Möglich ist aber auch die Vollstreckung eines deutschen Titels in Italien. Einzelheiten dazu erläutern Ihnen unsere Rechtsanwälte gerne. Die Vollstreckung in Italien kann nur über einen Rechtsanwalt beantragt werden, da in Italien für die Vollstreckung Anwaltszwang besteht. Die Zwangsvollstreckung in Italien richtet sich sowohl für inländische wie auch für ausländische, in Italien für vollstreckbar erklärte, Vollstreckungstitel nach italienischem Vollstreckungsrecht. Gleiches gilt auch für den Europäischen Vollstreckungstitel. Zwingende Voraussetzung für die Vollstreckung ist die Zustellung des Titels an den Schuldner, versehen mit einer entsprechenden Leistungsaufforderung (precetto). Dabei erfolgt die Zustellung über die Partei und nicht wie in Deutschland durch das Gericht.

Wie auch in Deutschland kann im Rahmen der Vollstreckung die Pfändung in bewegliche und unbewegliche Güter sowie von Geld und Forderungen gegen Dritte vorgenommen werden.

Empfehlung zum Inkasso in Italien 

Möchten Sie mehr Informationen über Inkasso in Frankreich erhalten? Dann nehmen Sie Kontakt auf unter Tel +49 211 4976450 oder senden Sie eine E-Mail an [email protected].

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