Inkasso in Großbritannien

Haben Sie es mit einen Kunden im Vereinigten Königreich, der Ihre Forderung nicht bezahlt? Obwohl Sie wahrscheinlich Englisch sprechen, können Sie bei einem Inkasso im Vereinigten Königreich von Großbritannien unangenehme Überraschungen erleben. Dort gibt es drei verschiedene Rechtssysteme: eines für Schottland, eines für Nordirland und eines für England und Wales. Ferner basiert das Rechtssystem im Vereinigten Königreich auf dem „Common Law“, welches erheblich von den Rechtssystemen in anderen europäischen Ländern abweicht. m Vereinigten Königreich ist es üblich, schnell ein Inkassounternehmen einzuschalten, also kann es durchaus sein, dass Ihr nichtzahlender Kunde abwartet, bis er ein Schreiben von einem Inkassobüro erhält. Britten lassen sich durch einen Inkasso-Rechtsanwalt schneller unter Druck setzen, als durch ein Inkassobüro. Somit positionieren Sie sich besser, wenn Sie einen britischen Rechtsanwalt einschalten. Wird Ihr Schuldner durch einen Rechtsanwalt zur Zahlung aufgefordert, ist damit zu rechnen, dass dieser nervös wird. Dadurch steigt die Chance, dass der Schuldner die Forderung ausgleicht, erheblich. Unsere britischen Inkasso-Rechtsanwälte setzen alles daran, dass die Forderung, auf welche Sie ein Recht haben, bezahlt wird.

Tipps für das Vorgehen gegen einen britischen Kunden, der nicht bezahlt:

  • Nehmen Sie direkt Kontakt auf und fragen Sie, warum er nicht bezahlt.
  • Erfolgt dann keine Reaktion? Schicken Sie eine Mahnung.
    • Ihr Kunde wartet möglicherweise darauf, dass ein Inkasso-Rechtsanwalt eingeschaltet wird; dies ist in Großbritannien üblich.
  • Versenden Sie eine letzte Mahnung, bevor Sie die Sache zum Inkasso an uns übertragen. Diese Mahnung sollte folgende Informationen enthalten:
    • Details zur Forderung.
    • Einen Zahlungstermin zwischen 7 und 21 Tagen.
    • Ankündigung der Konsequenzen bei Nichtzahlung innerhalb der Frist

Inkasso in Großbritannien

  • Unsere britischen Rechtsanwälte kennen die lokalen Gesetze

Unsere britischen Inkasso-Rechtsanwälte haben umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse der Gesetze und Regeln im Vereinigten Königreich von Großbritannien. Weiterhin sind Sie vollständig über die Handelsbräuche und der Kultur im Vereinigten Königreich informiert. Dadurch wird es einfacher, Ihren britischen Schuldner schnell zur Ausgleichung der Forderung zu bringen.

  • Inkasso in englischer Sprache

Unsere Rechtsanwälte sprechen sowohl Ihre Sprache als auch die englische Sprache, wodurch Sprachbarrieren einfach überwunden werden.

  • Inkasso nach Maß

Inkasso ist immer Maßarbeit. Aus diesem Grund arbeiten wir nicht mit standardisierten Prozessen. Jede Inkassoangelegenheit beurteilen wir als Einzelfall. Daher können wir Ihnen bei jedem Inkassofall guten und passenden Rat erteilen.

  • Ehrlicher Rat

Von uns erhalten Sie immer einen ehrlichen Rat über die Erfolgschancen Ihres Inkassofalles. Ihre Bedürfnisse stehen ganz oben. Daher suchen wir für Sie nach der passendsten Lösung. Unsere Grundsätze sind nicht umsonst Integrität und Gerechtigkeit.

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Das Inkassoverfahren im Vereinigten Königreich

Das Inkassoverfahren im Vereinigten Königreich wird in zwei Phasen aufgeteilt; in der außergerichtlichen Phase wird ohne Einschaltung eines Richters, in der gerichtlichen Phase mit einem Richter agiert. Da wir eine Rechtsanwaltskanzlei sind, können wir Sie in beiden Phasen vertreten. Die meisten Inkassoangelegenheiten in Großbritannien lösen wir in der außergerichtlichen Phase, ohne dass wir einen Richter einschalten müssen.

1. Außergerichtliche Forderungseintreibung

Unser Ausgangspunkt bei einem Inkassoverfahren ist immer das außergerichtliche Vorgehen. Wir nehmen Kontakt mit Ihrem britischen Kunden auf und sorgen dafür, dass dieser bezahlt. In dieser Phase haben wir folgende Möglichkeiten:

  • Schriftliche und telefonische Mahnungen: Wir senden dem Debitor eine schriftliche Mahnung und nehmen telefonisch Kontakt mit dem Debitor auf, dabei fordern wir den Debitor zur Ausgleichung der Forderung auf. Der Schuldner erhält sodann wenige Tage Frist, die Bezahlung zu leisten. Dabei machen wir auch Zinsen und Kosten geltend.
  • Vereinbarung eines Vergleichs: Unsere Advocaten werden ihre Kenntnisse über Handelskultur und Gesetzgebung so einsetzen, dass zusammen mit Ihrem Schuldner eine vergleichsweisen Lösung getroffen werden kann. Die Vereinbarung eines Vergleiches ist ein sehr probates Mittel Ihren Kunden im Vereinigten Königreich zur Zahlung zu bringen. Selbst während eines eventuellen gerichtlichen Verfahrens kann noch ein Vergleich geschlossen werden.
  • Alternative Lösung der streitigen Sache (Dispuutresolutie): Das ist eine günstige und einfache Möglichkeit, Streitigkeiten ohne Einschaltung eines Richters zu lösen. Beispielsweise kann dabei für ein Schiedsverfahren oder eine Mediation gewählt werden. Die jeweilige Wahl der Methode hängt immer von der Argumentation Ihres Debitors, als auch der Geschäftsbeziehung zu diesem ab.
  • Androhung des gerichtlichen Verfahrens: Oftmals führt die Ankündigung eines gerichtlichen Verfahrens dazu, dass Ihr britischer Schuldner doch noch zur Zahlung bewegt werden kann. Dies beispielsweise auch durch die Ankündigung der Stellung eines Insolvenzantrages. Der Antrag auf Insolvenz wird im Vereinigten Königreich allerdings nicht schnell bearbeitet und ist auch nicht gerade preiswert. In England und Wales ist für einen solchen Antrag mit mindestens drei Wochen Bearbeitungszeit zu rechnen und häufig kann das Verfahren auch mehrere Monate dauern. Aus diesem Grund raten wir eher selten zu einem Insolvenzantrag.

2. Gerichtliches Inkasso

Sofern Ihr Schuldner sich in der außergerichtlichen Phase weigert, die Forderung auszugleichen, können wir – in Abstimmung mit Ihnen – zu Gericht. Dabei informieren wir Sie immer im Vorfeld über die möglichen Kosten und werden erst tätig, wenn wir Ihre Zustimmung erhalten haben. Welches Gerichtsverfahren im Vereinigten Königreich von Großbritannien zu führen ist, hängt davon ab, in welchem Gerichtsbezirk Ihr Handelspartner seinen Sitz hat. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige Verfahren in England und Wales dar. Welches Verfahren bei welchem Gericht in Ihrem speziellen Fall einzulegen wäre, hängt letztendlich auch von der Höhe und Komplexität Ihrer Forderung ab. Abhängig von dem Ursprung und der Höhe der Forderung bestehen folgende Möglichkeiten, über ein gerichtliches Verfahren Zahlung von Ihrem Debitor zu erlangen.

  • Verfahren für kleine Forderungen: In England und Wales werden Forderungen unter einem Betrag von £ 10.000,00 als sogenannte „small claims track- Verfahren“ bearbeitet. Das Gericht setzt dabei kurzfristige Termine. Die Sitzungen bei Gericht dauern durchschnittlich kürzer als bei anderen Verfahren. Die Kosten für dieses Verfahren werden allerdings nicht vollumfänglich der unterliegenden Partei auferlegt.
  • Schnelles Verfahren: In diesem „Fast track“ Verfahren werden höhere, nicht zu komplexe Forderungen bearbeitet. Obwohl dieses Verfahren in der Regel mehr Zeit kostet als das oben vorgestellte, schnelle Verfahren, muss die unterliegende Partei die Kosten größtenteils tragen. Darüber entscheidet der Richter.
  • Multi track Verfahren: Für umfangreiche oder bestrittene Forderungen über £ 10.000,00 muss das sogenannte „Multi track“ Verfahren geführt werden. Diese Verfahren dauern durchschnittlich länger als andere Verfahren. Vorteil dieses Verfahrens ist, dass der Richter die unterliegende Partei zur Übernahme der vollständigen Kosten verurteilen kann.