Internationale Inkassogesetze

Internationale gerichtliche Inkassoverfahren

Bezahlt Ihr internationaler Kunde Ihre Rechnung nicht? Dann können Sie rechtliche Schritte gegen diesen einleiten. Die rechtlichen Möglichkeiten, Ihren Schuldner zur Zahlung zu bewegen, sind jedoch je nach Land unterschiedlich. Jedes europäische Land hat seine eigenen Gesetze und Regeln. Es gibt keine universellen Gesetze für den Einzug von Forderungen. Viele europäische Länder haben jedoch mehr oder weniger die gleichen rechtlichen Möglichkeiten, Ihre ausstehende Rechnung einzuziehen, obwohl die Einzelheiten dieser Verfahren von Land zu Land unterschiedlich sind. Nachfolgend zeigen wir die Verfahren, die in fast jedem europäischen Land vorkommen, obwohl die meisten Länder auch andere gerichtliche Verfahren haben.

Beginn des Ladungs- oder Klageverfahrens

In fast jedem europäischen Land können Sie ein Vorladungsverfahren gegen Ihren Mandanten einleiten. Dies geschieht oft im Falle eines Streits. Beide Parteien müssen dann ihre Ansichten vor Gericht in einer Gerichtsverhandlung begründen und verteidigen; die Rechtssache wird dann von einem Richter entschieden. Das genaue Verfahren ist in jedem Land unterschiedlich. Darüber hinaus haben einige Länder auch andere Verfahren, was in Ihrer Situation eine bessere Option sein kann. Ein Anwalt aus Ihrem Land kann Ihnen mehr darüber erzählen.

Zahlungsauftragsverfahren

In einigen europäischen Ländern wie Griechenland, Italien und Frankreich besteht die Möglichkeit, ein Zahlungsauftragsverfahren einzuleiten, wenn Ihr Kunde nicht bezahlt. Dies ist nur möglich, wenn es keinen Streit gibt. Das Zahlungsauftragsverfahren ist in den meisten Ländern ein relativ kostengünstiges und schnelles Verfahren. Ein Anwalt stellt dann einen Antrag an das Gericht, den Schuldner bezahlen zu lassen. Erhebt der Schuldner jedoch Widerspruch, muss ein materielles Verfahren eingeleitet werden.

Beschlagnahme

Da es oft eine Weile dauert, bis ein Gerichtsurteil ergeht, besteht in vielen Ländern die Möglichkeit, das Eigentum und Vermögen des Schuldners zu beschlagnahmen. Der Schuldner kann dann sein Vermögen nicht nutzen, bis das Gericht ein Urteil verkündet. Unsere Anwälte erklären Ihnen gerne, ob es in Ihrer Situation möglich ist, das Vermögen Ihres Schuldners zu beschlagnahmen.

Europäisches Mahnverfahren

Neben der Tatsache, dass jedes Land über eigene Rechtsverfahren für Inkassofälle verfügt, gibt es ein überall gleiches Rechtsverfahren, nämlich das Europäische Mahnverfahren. Dieses Verfahren kann angewendet werden, wenn sowohl Ihr Unternehmen als auch Ihr Kunde seinen Sitz in einem EU-Mitgliedstaat haben und die internationale Forderung unbestritten ist. Um eine Klage im Rahmen dieses Verfahrens einzureichen, müssen Sie das Standardformular ausfüllen. Das Gericht erlässt dann einen europäischen Zahlungsbefehl, auf den Ihr Schuldner innerhalb von 30 Tagen antworten muss. Wenn Sie innerhalb dieses Zeitraums keine Antwort Ihres Schuldners erhalten, können Sie das Gericht auffordern, den Zahlungsauftrag abzuschließen. Sie haben dann ein gültiges und vollstreckbares Urteil, das in jedem EU-Mitgliedstaat akzeptiert wird.

Wird jedoch eine Mahnantrag bestritten, so wird das Europäische Mahnverfahren eingestellt und der Streitfall muss vor dem zuständigen Gericht beigelegt werden.

Mehr Informationen

Wünschen Sie weitere Informationen über die gerichtlichen Mahnverfahren in Europa? Dann kontaktieren Sie uns noch heute. Unsere internationalen Anwälte besprechen gerne Ihre Situation und erklären Ihnen Ihre Möglichkeiten.